LPG

Zentrale Orte Brandenburg

Die Siedlungsstruktur des Landes Brandenburg ist nach dem Prinzip der zentralörtlichen Gliederung und auf Grundlage des raumordnerischen Leitbildes der dezentralen Konzentration entwickelt worden. Die zentralörtliche Gliederung soll in ihrer funktionalen Aufgabenteilung dem Anspruch an gleichwertige Lebensbedingungen in allen Teilräumen des Landes entsprechen. Die ausgewiesenen zentralen Orte, deren Darstellung in Landesentwicklungs- und Regionalplänen erfolgt, übernehmen überörtliche öffentliche Versorgungsaufgaben. Diese sind insbesondere für die Grundversorgung der Bevölkerung in Dörfern und kleineren Ortschaften von großer Bedeutung.

 

Die Teilnehmer des Studienprojektes haben im Wintersemester 2004/2005 ein eigenes Konzept für die künftige Ausweisung von zentralen Orten im Land Brandenburg entwickelt und im Rahmen eines Workshops im Sitzungssaal des Akademischen Senats im Hauptgebäude der TU Berlin mit den maßgeblichen Fachleuten des Landes Brandenburg diskutiert. Teilnehmer waren die Gemeinsame Landesplanungsabteilung, die Regionalen Planungsgemeinschaften, Vertreter der Landtagsfraktionen, des Städte- und Gemeindebundes sowie der Landkreise und einzelner Städte.

Zur Erarbeitung des Konzeptes haben sich die Teilnehmer des Projektes zunächst mit den Grundlagen der Raumordnung und dem demografischen Wandel sowie den Aufgaben der Gemeinsamen Landesplanung und der Regionalen Planungsgemeinschaften beschäftigt. Die Gesundheitsversorgung und das Schulsystem Brandenburgs waren weitere Themen. Im Rahmen einer Exkursion wurden zahlreiche Städte besucht und Gespräche mit Vertretern der Regionalen Planungsgemeinschaften, der Landkreise und Planungsämter einiger Städte geführt, um die verschiedenen Aufgaben und Zielstellungen kennen zu lernen. Außerdem wurden die Landesentwicklungspläne von Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen untersucht und ein Expertengespräch über den Landesentwicklungsplan von Sachsen geführt.

Nach einer umfassenden Bestandsanalyse der im LEP I ausgewiesenen vier Ober- und 33 Mittelzentren wurde der Ausstattungskatalog des LEP I überarbeitet und auf konkrete Funktionen, welche die zentralen Orte künftig übernehmen sollen, umgestellt. Diese Funktionen wurden mit einzelnen Indikatoren bzw. neuen Ausstattungsmerkmalen untersetzt.

Die Übernahme der Funktionen der zentralen Orte ist dabei sehr unterschiedlich ausgeprägt. Die Empfehlung zur Ausweisung zentraler Orte erfolgte daher auf Basis eines planerischen Abwägungsprozesses, der die regionalen Gegebenheiten berücksichtigte und die Sicherung der Daseinsvorsorge in allen Landesteilen ermöglicht. Dazu wurden im Konzept sechs Ober- und 19 Mittelzentren ausgewiesen.

Zu Beginn des Sommersemesters 2005 entschieden sich die Mitglieder des Projektes dafür, sich mit den Folgen des Verlustes des Status „Zentraler Ort“ vertiefend zu beschäftigen und zu prüfen, ob interkommunale Kooperationen ein geeigneter Ansatz sind, die Probleme zu bewältigen. Mit den Gemeinden Feldberger Seenlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern, der Gemeinde Boitzenburger Land und den Städten Fürstenberg/Havel und Lychen wurden kommunale Partner gefunden, die großes Interesse an Anregungen und konkreten Planungsvorschlägen zur künftigen Entwicklung der Daseinsvorsorge, der Raumordnung und den Möglichkeiten interkommunaler Kooperationen zeigten. Im Ergebnis der Projektarbeit wurde die LPG von den benannten Kommunen mit einer Studie zur interkommunalen Kooperation beauftragt.

Hamburger Friedhöfe unter Erneuerungsdruck

Die Zukunft der Friedhöfe stellt angesichts der rückläufigen Bestattungszahlen, der teilweise zu groß dimensionierten Friedhofsanlagen und aufgrund des Wandels beim Bestattungsverhalten eine Herausforderung für die Betreiber von Friedhöfen dar. Sinkenden Einnahmen im Kerngeschäft stehen bei vielen Friedhöfen steigende Ausgaben für Instandhaltung und Pflege der Grünanlagen gegenüber. Neben dieser Problematik im Kerngeschäft haben die Friedhofsbetreiber auch die anderen Funktionen der Friedhöfe für die Städte zu sichern, denn Friedhöfe sind zugleich Natur- und Erholungsraum mit einem wichtigen Einfluss auf das Stadtklima.Darüber hinaus sind sie Rückzugsorte für seltene Tiere und Pflanzen. Die Anlagen, Grabmäler und Skulpturen haben oft einen besonderen denkmalpflegerischen Wert, den es zu erhalten gilt. Vor diesem Hintergrund ist das Thema auch eine Herausforderung für Stadt- und Regionalplaner sowie Landschaftsplaner. 

 

In Hamburg sind neben dem größten Parkfriedhof Europas, dem Friedhof Ohlsdorf, 51 weitere Friedhöfe in unterschiedlichen Trägerschaften (Bezirke, Kirche, etc.) vorhanden. Die Projektteilnehmer haben sich im Sommersemester 2007 zunächst intensiv in die Thematik eingearbeitet. Im Rahmen einer Exkursion nach Hamburg wurden elf Friedhöfe besichtigt und zahlreiche Expertengespräche geführt. Dabei wurden wichtige Erkenntnisse und unterschiedlichste Sichtweisen zur Situation der Friedhöfe in Hamburg und zum Bestattungswesen allgemein gewonnen, da die Bandbreite der Gespräche von der Wissenschaft über die Behörde für Stadtentwicklung, Bezirksvertreter bis hin zu Friedhofsverwaltungen reichte. Darüber hinaus wurden Expertengespräche mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin und dem Deutschen Institut für Urbanistik sowie dem Leiter des Cafés Finovo geführt und drei Friedhöfe in Berlin besichtigt. Gegen Ende des Sommersemesters wurden erste Leitlinien für die Entwicklung der Friedhofslandschaft in Hamburg aufgestellt. Außerdem wurde ein Fragebogen an die Friedhofsträger sowie die Vertreter weiterer Nutzungs- bzw. Anspruchsgruppen verschickt. 

Mit der zuständigen Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt der Hansestadt Hamburg (BSU) wurde eine konstruktive Kooperation erreicht, die. u. a. zum Erhalt grundlegender Daten oder auch der Vermittlung von Kontakten diente und so einen regen Informationsaustausch ermöglichte. Diese Zusammenarbeit wurde im Wintersemester 2007/2008 fortgesetzt.

Im Rahmen der 2. Exkursion nach Hamburg wurde die Bestandsaufnahme fortgeführt. Mit der BSU wurde zudem ein Workshop durchgeführt. Mit diesem Workshop wurde ein fachöffentlicher Diskussions- und Informationsprozess angestoßen, der eine Grundlage für die erforderlichen Veränderungen der Hamburger Friedhofslandschaft bereitet. Das Projekt übernahm als Veranstalter dabei die wesentlichen inhaltlichen und organisatorischen Aufgaben sowie die Moderation. Zur Teilnahme am Workshop wurden die Friedhofsträger sowie weitere Multiplikatoren eingeladen.

Ergebnis der Projektarbeit im Wintersemester war die Erstellung eines FEP für Hamburg, der neben einer Bedarfsplanung zeitlich gestufte Vorschläge für den Erhalt, die teilweise Umnutzung oder die Nachnutzung der meisten Friedhöfe enthält und die Öffnung für neue Nutzungen anregt. Damit sollten gangbare Wege für die künftige Entwicklung der Hamburger Friedhöfe aufzeigt werden.